Vieles der Arbeit der Fachschaft Informatik findet im Verborgenen statt. Zu dieser Arbeit gehören - manchmal auch hitzige - Diskussionen in der Studienkommission. Was sich in der letzten Sitzung der Studienkommission zugetragen hat, können wir aber nicht mehr guten Gewissens so stehen lassen. Die Geschehnisse in der letzten Studienkommission haben unser aller Situation und das Ansehen der Fakultät für Informatik innerhalb der TU massiv verschlechtert. Motiv dahinter war der kurzfristige Profit einiger weniger ProfessorInnen, die sich für eine Elite halten und einen Macht- und Prestigegewinn erhoffen.
Vorgeschichte
Bereits 2001 wurden in der Informatik Studien nach dem Bachelor/Master System eingeführt. Die Informatik war damit eine der ersten Studienrichtungen, die Teile des Bologna-Prozess implementierte. Zwei Jahre später wurden auch die ersten Lehrveranstaltungen für die Masterlehrveranstaltungen abgehalten. Bereits im Sommersemester 2004, also bei der /ersten/ Abhaltung der Lehrveranstaltung "Verteilte Algorithmen", gehalten von Ulrich Schmid, ist es zu massiven Problemen gekommen. Da die LVA nur ein "Prototyp" war, wurden nur 20 Personen zu dem Kurs zugelassen. Beim Aufnahmetest wurde unter anderem die Durchschnittsnote aus dem Bachelorstudium abgefragt, obwohl Schmids Antrag in der Studienkommission, Zugangsbeschränkungen zu seinen Lehrveranstaltungen basierend auf den bisherigen Leistungen im Studium zu erlassen, bereits abgelehnt wurde (Eine solche Regelung widerspricht übrigens damals wie heute den gesetzlichen Grundlagen)
Trotz immer wiederkehrender Proteste unsererseits und Interventionen von Seiten des Studiendekans wurde der Modus der LVA nie wesentlich verändert. Zwar wird heute versprochen, dass der Kurs ein zweites Mal angeboten wird, sollten mehr als 18 Teilnehmer den Aufnahmetest bestehen, im letzten Semester haben aber, wie durch ein Wunder, weniger als 18 der rund 40 Bewerber den Aufnahmetest geschafft. Angeblich scheitern die Studierenden an einem Mathematik-Test auf Matura-Niveau, unmittelbar nachdem sie Höhere Mathematik absolviert haben. Noch immer wird übrigens rechtswidrig nach der Bachelor-Durchschnittsnote gefragt, obwohl das angeblich bei dem Test ohnehin keine Relevanz hat.
Nach jahrelangen Bemühungen aller Beteiligten außer Schmid selbst die LVA endlich gesetzeskonform abzuhalten, wurde schließlich die LVA auf die Tagesordnung der Studienkommission gesetzt. Das Ziel war es, endlich eine gütliche Einigung aller Beteiligten zu erreichen.
Vorfeld der Sitzung
Anstatt eine sachliche Diskussion anzustreben, wurde es aber bereits im Vorfeld der Sitzung immer seltsamer. Zunächst lud Schmid (ausschließlich) die ordentlichen ProfessorInnen zusätzlich zur Studienkommission ein. Darin wurden Gernot Salzer (Vorsitz Studienkommission) als auch Rudi Freund (Studiendekan) als "Hüter der Studierbarkeit" verunglimpft. Schmid schrieb, er hätte für die Fakultät allgemein wichtiges zu sagen, und lade daher alle zur Studienkommission ein. Er werde auch einige Absolventen seiner LVA mitnehmen, die bestätigen würden, dass seine LVA ganz großartig wäre.
Ulrich Schmid brüskierte aber auch die Studienkommission und die Fakultät als ganzes, indem er auch den Vizerektor für Lehre, Adalbert Prechtl, einlud. Prechtl ist, auch nach Meinung von Schmid selbst, eine "Kolossale Fehlbesetzung". Prechtl ist der Meinung, alle Studienrichtungen dürften nur noch ein einziges, "Grundlagen-orientiertes" Bachelorstudium anbieten. Bereits kurz nach seinem Antritt machte Prechtl uns gegenüber offen klar, dass er diesen Ansatz auch ohne Unterstützung der Fakultäten nach Möglichkeit durchsetzen werde.
Prechtl, dessen erklärtes Ziel es ist, verschiedene Studien-Richtungen (auch z.B. Architektur) ohne fachlichen Bezug mit eiserner Hand umzukrempeln, in die Studienkommission für Informatik einzuladen, ist eine Katastrophe. Prechtls "Reformvorhaben" würde auch die Technische Informatik massiv schwächen. Eine kurze Aufmerksamkeitssteigerung für Schmids eigene illegal abgehaltene Lehrveranstaltung für einen derart hohen Preis ist eine unentschuldbare Verfehlung.
Die Studienkommission als ganzes wurde nur wenige Tage vor der Sitzung brüskiert, in dem die Sitzung von Schmid selbst (obwohl das nicht seine Aufgabe ist) von einem Seminar-Raum in den Zemanek-Hörsaal verschoben wurde. Von der Verschiebung wurden wiederum nur die ordentlichen ProfessorInnen und Vizerektor Prechtl informiert.
Studienkommission
Mit 15 Minuten Verspätung tauchten am 16.9.2009 tatsächlich Ulrich Schmid und einige AbsolventInnen seiner Lehrveranstaltung auf. Darüber, wie viele von diesen noch Lehrveranstaltungen von Schmid brauchen oder gar bei ihm angestellt sind, lassen sich nur Vermutungen anstellen. Schmid hielt, wie angekündigt einen Vortrag. Nach kurzem machte Schmid klar, dass er mindestens eine Stunde für seinen Vortrag in Anspruch nehmen würde, obwohl die ganze Sitzung nur für zwei Stunden anberaumt war.
Bereits innerhalb der ersten 10 Minuten wäre die Situation beinahe eskaliert. Schmid zitierte ungefragt E-Mails von Gernot Salzer und anderen. Schmid stilisierte in seinem Vortrag die Angelegenheit zu einem Kampf zwischen seinem, "international anerkannten", und dem "SF-Niveau". "SF" steht nach Schmid für "Studi-freundlich oder, wenn man so will, Salzer-Freund". Schmid verunglimpfte also die engagiertesten Personen in der Lehre, und das vor Prechtl, der nur darauf wartet, Angriffspunkte gegen unsere Fakultät zu finden.
Schmid analysierte anschließend, warum seine 4.5 ECTS Lehrveranstaltung, die einer Umfrage unter den Absolventen nach rund 30 ECTS realen Aufwand hat, im internationalen Vergleich (es sei an dieser Stelle angemerkt, dass Schmid selbst eine Hausberufung ist und keinerlei internationale Erfahrung hat) eigentlich sogar noch recht einfach wäre. Die wissenschaftliche Methode, dabei nur ausgewählte Universitäten mit einem hundertfachen an Budget und Personal mit der TU Wien zu vergleichen, disqualifiziert Schmid als Wissenschaftler dabei endgültig. Der einzige, der diese offenkundige Unkundigkeit wissenschaftlicher Methoden nicht erkennen wollte, war natürlich Vizerektor Prechtl.
Insgesamt lässt sich dabei Schmids Rede als angst- ("Meine LVA soll hingerichtet werden") und hasserfüllt beschreiben. Wiederholt wurde der Grundsatz "Wenn sich die Studierenden beschweren, mache ich etwas richtig" zum Motto erhoben. Mehrmals verunglimpfte er alle Informatikstudien kollektiv als "Mickymaus-Studien". Müssen wir noch einmal wiederholen, dass der von Schmid eingeladene Prechtl nur etwas sucht, um in der Informatik "Ordnung" zu machen?
Diskussion
Anschließend kam es nun zur Diskussion zwischen einigen der anwesenden Lehrenden, Prechtl und uns. Wegen der zahllosen Verunglimpfungen war die Stimmung äußerst gespannt, die Lage konnte von Gerald Steinhardt gerade noch beruhigt werden. In weiterer Folge trat vor allem der rechtswidrige Charakter der Lehrveranstaltung in den Hintergrund, diskutiert wurde vor allem der viel zu hohe Aufwand.
Die Diskussion wurde zwar ruhiger, aber nicht weniger obskur. Die von Schmid mitgebrachten StudentInnen attestierten Schmid einiges an Mühe (die wir ihm auch nicht absprechen). Aber auch sie bestätigten, dass maximal zwei solcher Lehrveranstaltungen in einem Semester absolviert werden können. Der Aufwand der Lehrveranstaltung ist selbst dann noch mit 15 ECTS zu bewerten.
In der anschließenden geschlossenen Sitzung wurde dann noch weiter über Lösungsmöglichkeiten diskutiert, Schmid selber verhinderte aber jede Lösung. So behauptete er etwa, dass er als einziger fachlich in der Lage sei, die LVA anzubieten. Eine Behauptung, die auch in der ProfessorInnen-Kurie schmunzeln verursachte. Schmid leugnete wiederholt, dass sein Aufnahme-Test dazu da wäre StudentInnen vor zu selektieren, obwohl noch nie mehr als 18 Studierende diesen Test positiv absolvierten.
Schlussendlich wurde die Sitzung vertagt. Insgesamt gab es also vier Stunden Sitzung ohne jegliches Ergebnis. Erreicht wurde primär, dass die Fakultät für Informatik als Ganzes lächerlich gemacht wurde, und das vor einem Vizerektor für Lehre, der die Informatik als "unwissenschaftlich" betrachtet.








wann war diese Sitzung?
wann war diese Sitzung?
Die Sitzung war am..
Das Datum ist - oh Schreck - im Artikel versteckt.
ah ja. aber komisch dass ihr
ah ja. aber komisch dass ihr erst jetzt darüber berichtet, oder?
liegt auch daran dass sie im
liegt auch daran dass sie im oktober war... ich besser den typo aus, sorry
nene, sie war schon im
nene, sie war schon im september.
Re: ah ja. aber komisch dass ihr
Ja, das war, im Nachhinein betrachtet, ein schwerer Fehler. Damals sah es mehr nach "Ein Kasperl huepft und will sich Aufmerksamkeit verschaffen" aus. Daran, dass das Rektorat solchem Geschwafel auf dem Leim geht, hab ich damals nicht geglaubt - eine Fehleinschaetzung. Jetzt haben wir bald neuen Dekan/Studiendekan/StuKo-Vorsitzenden - deren erklaerter Wunsch es ist, dies um zu setzen.
mfg, Mati
Traurig... Ein Lehrender der
Traurig... Ein Lehrender der seine Universität und seine Kollegen so schlecht macht, während er sich selbst in den höchsten Tönen lobt, ist einfach nur peinlich für die TU.
Da schämt man sich dafür TU Student zu sein
Studenten die Unverifiziertes
Studenten die Unverifiziertes für Fakten halten sind selbst peinlich und sollten, wenn ihnen das Studieren peinlich ist, vielleicht lieber arbeiten gehen. Erst einmal die Informationsveranstaltung abwarten. Es würde der Veranstaltung nicht schaden, wenn man auch die betroffenen Personen (vor allem Schmid) einladen könnte - nur so halte ich eine sachliche Diskussion möglich. (Selbst Student)
Re: Studenten die Unverifiziertes
Mit einem hast du recht: Unverifiziertes fuer Fakten nehmen ist sicher nicht sehr gut. Natuerlich sind wir auch keine 100% objektive Quelle - Ich hoffe das verlangt auch keiner ;-).
Aber eines halte ich fuer ganz schlecht: Anderen nahe zu legen, mit dem Studieren aufzuhoeren. Wir sitzen hier alle im selben Boot, wir sind alle Studierende. Aenderungen betreffen uns alle, und wenn wir Studierende sie fuer Schlecht befinden, sollten wir auch zusammen halten!
mfg, Mati
Ich bezog mich darauf, dass
Ich bezog mich darauf, dass es dem Kollegen offenbar peinlich ist Student an der TU Wien zu sein. Ich selbst bezweifle nicht die Objektivität der Fachschaft, aber wie schon von mehreren Seiten beklagt wurde, war die Email zu emotional formuliert.
Re: Ich bezoch mich darauf, dass
Wie gesagt, wir sind sicher nicht (objektiv gesehen ;-)) 100% objektiv - das geht wohl nicht.
mfg, Mati
also bei allem verständnis für unipolitik
also bei allem verständnis für unipolitik, aber den artikel finde ich nicht okay. ich war selbst bei der stuko sitzung anwesend und finde, dass dieser artikel extrem polarisierend und einseitig geschrieben und sehr überspitzt formuliert ist. das alleine ist prinzipiell noch nicht das problem, wenn allerdings dann definitiv falsche aussagen dazu kommen, dann finde ich es nicht mehr in ordnung. in dem artikel finden sich leider einige dieser sparte. das beginnt bei kleinigkeiten wie, dass ulrich schmid 15 minuten zu spät auftauchte - soweit ich mich erinnern kann war der letzte der tatsächlich 15 minuten zu spät kam vr prechtl (ich selbst bin 10 minuten zu spät gekommen und da war schmid auf alle fälle schon da) - geht dann über sachen wie, dass schmid emails von gernot salzer und anderen zitierte - er hat nämlich nur emails von gernot salzer zitiert und von niemand anderem sonst (das unterstreichen auch die folienüberschriften die er verwendete) - und endet bei unterstellungen wie, dass prechtl laut schmids meinung eine kolossale fehlbesetzung ist - was absoluter blödsinn ist und schmid definitiv weder gesagt noch jemals angedeutet hat (tatsächlich ist nämlich das gegenteil der fall, wie jeder in einem persönlichen gespräch mit ihm leicht feststellen kann).
alles in allem finde ich diesen artikel nicht sehr seriös, man könnte fast eine direkte verbindung zwischen dieser veröffentlichung und den unipolitischen ereignissen in den letzten tagen erahnen, was ich aber nicht unterstellen möchte (allerdings mit dem veröffentichungsdatum korrelieren würde).
Re: also bei allem verständnis für unipolitik
Das Prechtl eine Fehlbesetzung ist hat er in anderen StuKo-Sitzungen sehr wohl gesagt. Ob er es wirklich glaubt, weiss ich natuerlich nicht. Wuerde aber nur abermals unterstreichen was er fuer ein Wendehals ist.
sind diese Sitzungen
sind diese Sitzungen eigendlich öffentlich? Würd mir das das nächste mal gerne anhören
Re: sind diese Sitzungen
Nein, sind sie im Prinzip nicht. Wir nehmen aber immer wieder gerne unsere Leute von uns mit, die nicht in der StuKo sitzen (weil es sie interessiert, ...). Wenn es dich interessiert komm doch einfach mal ins Plenum (siehe der Block rechts), die naechste StuKo ist schon bald :-)
mfg, Mati
ok werd ich machen. Wird das
ok werd ich machen.
Wird das plenum auch diesmal im FH HS1 abgehalten oder wieder in der fachschaft und wenn ersteres genau im FH HS1 oder in einen der nebenräume?
Wie oft sind denn solche
Wie oft sind denn solche Sitzungen? bzw. wie weit im Vorhinein werden die angekündigt?
Re: Wie oft sind denn solche
Ein bis zwei mal im Semester, wenn nicht gerade an einer umfassendere Studienplanänderung gearbeitet wird. Der Termin steht normalerweise ein bis zwei Wochen vorher fest, wir kündigen sie hier aber auch normalerweise nicht an: Die Sitzungen sind ja auch nicht öffentlich, wenn da plötzlich 30 Studis auftauchen, machen wir uns in der Fakultät sicher keine FreundInnen :-).
mfg, Mati
vielleicht steht "SF" ja für
vielleicht steht "SF" ja für "ScienceFiction" in anlehnung an das GMA seminar...
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